24-Stunden-Lieferantenwechsel: Haben Sie an alles gedacht?

Ab Juni 2025 wird der technische Vorgang des Stromlieferantenwechsels binnen 24 Stunden vollzogen werden müssen – und das an jedem Werktag. Eine Umstellung, die nur durch vollständige Automatisierung realisierbar ist.

Ausgangslage: Von Wochen zu Stunden

Was heute noch bis zu drei Wochen dauern kann, muss künftig in nur 24 Stunden abgewickelt werden. Die EU-Richtlinie 2019/944 erfordert eine grundlegende Neuausrichtung der Marktprozesse. Basierend auf EnWG § 20a stehen alle Marktakteure vor erheblichen systemischen Anpassungen.

Fundamentale Veränderung der Geschäftsprozesse

Der Wegfall rückwirkender Anmeldungen, neue API-Schnittstellen und die Neustrukturierung bestehender Prozesse erfordern eine komplette Überarbeitung der IT-Landschaft. Die Marktlokation wird zum zentralen Identifikator – wichtiger als die traditionelle Zählernummer – und muss in allen Systemen prioritär verarbeitet werden.

ENERKO führt diese Systemanpassungen für Energieversorger durch:

1. Neue Frist- und Bilanzierungslogik: Synchrone Bilanzierung wird Pflicht – das bedeutet Netznutzung und Bilanzierung starten zeitgleich. Besonders Umzugsprozesse erfordern völlig neue Workflows, da keine rückwirkenden Anmeldungen mehr möglich sind.

2. Umgestaltete Kommunikationsstrukturen: Positive CONTRL-Meldungen entfallen, neue APERAK-Anerkennungsmeldungen kommen dazu. Der „Malo IDENT Prozess“ per Web-API wird zum ersten API-Test der BNetzA überhaupt.

3. Komplette Prozess-Neustrukturierung: Von 155 bisherigen Prozessen fallen 77 weg, 78 völlig neue kommen hinzu. Die gesamte Prozesslandschaft muss neu aufgebaut werden, einschließlich der Integration von Einspeiseprozessen in GPKE.

4. Verschärfte Reaktionszeiten: Negative CONTRL binnen 15 Minuten, APERAK-Meldungen für ORDERS & UTILMD binnen 45 Minuten. Systeme müssen durchgehend echtzeitfähig sein.

Implementierungs-Checkliste für Versorger:

Systemarchitektur: Prüfung der 24h-Frist-Kompatibilität
API-Integration: Vorbereitung auf den Malo IDENT Prozess
Prozessmapping: Identifikation betroffener Prozesse
Automatisierungsgrad: Eliminierung manueller Eingriffe
Compliance: Anpassung an neue APERAK-Strukturen

Fazit: Der 24-Stunden-Lieferantenwechsel stellt die größte prozessuale Veränderung im deutschen Energiemarkt seit Jahren dar. Die technische Komplexität erfordert frühzeitige und systematische Vorbereitung aller Marktakteure. Sie möchten sich nicht allein durch die neuen Vorgaben kämpfen?

Wir begleiten Sie Schritt für Schritt. Sprechen Sie uns an!

Stephan Goergen

Stephan Goergen Vertrieb & Geschäftsentwicklung

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